Bei der Post hat sich in den letzten Jahren ja so einiges wirklich zum guten gewendet. Andererseits gibt es in manchen
Bereichen immer noch Mitarbeiter, denen gegenüber man Anträge stellt, denen dann gnädigerweise stattgegeben wird.
Oder die dann abgewiesen werden. So beispielsweise gestern in der Filiale Ilvesheim, die praktischerweise direkt neben
Optik am Schloß, einer von Sandras Arbeitsumgebungen liegt.
Es mag zwar ungeschickt sein, sich gleich in der ersten Woche mit der örtlichen Post zu streiten, aber in dieser
Situation war das echt kaum vermeidbar. Dafür war es gleich so heftig, dass ich eine Beschwerde geschrieben habe. Die
Beschwerde recycle ich mal für diesen Blogeintrag, mit stellenweise an das andere Medium angepassten Formulierungen.
Die Gemeinde Ilvesheim hat mir bei der Anmeldung einen vorläufigen Personalausweis ausgestellt. Ein weiteres
Personaldokument habe ich nicht. Wegen meines Umzugs hat mich meine Direktbank gebeten, mich neu per Postident zu
legitimieren.
Dies versuchte ich in der Ilvesheimer Postfiliale und scheiterte an der mangelnden Bereitschaft des dortigen
PostbeutelsMitarbeiters. Ihm mißfiel, dass auf dem vorläufigen Bundespersonalausweis die ausstellende
Behörde nicht vermerkt ist. Ich solle doch mit dem richtigen Personalausweis nochmal vorsprechen, beziehungsweise mir
von der Gemeinde Ilvesheim bestätigen lassen, dass sie den vorläufigen Personalausweis wirklich ausgestellt hat. Auch
der Hinweis, dass der vorläufige Perso als amtliches Dokument nicht mehr amtlicher werden kann, wird nicht akzeptiert.
Ich rief daraufhin die DPAG-Kundenhotline an, die mir mitteilte, dass dort bekannt ist, dass seit Anfang 2004 auf
vorläufigen Personalausweisen nicht mehr draufsteht, welche Behörde ihn ausgestellt hat. Der Schaltermitarbeiter
möchte doch bitte die Filialhotline anrufen, um sich Handlungsanweisungen für diesen Fall zu holen.
Ich versuchte es daraufhin erneut in der Filiale und scheiterte ein zweites Mal. Er versteifte sich darauf, dass die
Software die Eingabe einer ausstellenden Behörde verlange, und dass es deswegen keinen Sinn hätte, eine Hotline
anzurufen. Außerdem sei das Telefon kaputt.
Ich beschaffte mir daraufhin von Sandras netter Kollegin nebenan ein schnurloses Telefon (0180x ruft man nicht vom
Telefonino aus an) und bot dem Postler an, mit diesem Telefon die Filialhotline anzurufen. Nun erhielt ich als Antwort,
dass “er besseres zu tun hätte als mit irgendwelchen Hotlines zu telefonieren”. Ich war der einzige Kunde
in der Filiale, zwei Schalter waren geöffnet.
Daraufhin ist mir der Kragen geplatzt, und ich bin auf die andere Neckarseite nach Seckenheim gefahren. Dort gibt es
noch eine richtige, altmodische Post im 80er-Jahre-Stil mit Panzerglasschaltern und dem guten alten Behördenflair. Dort
gab es mit Postident keinerlei Probleme; der dortige Mitarbeiter wusste, dass er in diesem Fall in das Feld
“ausstellende Behörde” den Wert “neuer vorläufiger Personalausweis” eintragen muß und darf.
Die Tatsache, dass die Filiale Seckenheim noch nicht umgestyled wurde, lässt allerdings böse Befürchtungen bezüglich
ihres Bestands aufkommen.
Ich habe der DPAG Filialbetreuung gegenüber angeregt, dem Mitarbeiter der Filiale Ilvesheim die offensichtlich
notwendigen Nachschulungen in den Bereichen “Postident Basic” und “Kundenorientiertes Verhalten im
Grenzfall” zukommen zu lassen und bat um eine Stellungnahme. Nichtwissen ist keine Schande. Das Nichtwissen zum
Gesetz zu erklären, sich nicht schlau machen wollen und statt dessen erklären, dass der Kunde sich doch bitte selbst
um sein Anliegen kümmern möchte, ist eine.
Wir werden sehen.