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Random Entry: Elektroschrott
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Mit Waze und Smart zum Sonnenuntergang

Für den Dienstag haben wir uns ein Smart Cabrio gemietet, fahren auf der Insel herum und schaffen es endlich, einen Sonnenuntergang zu sehen.

Die Autovermietung ist fußläufig erreichbar und öffnet um zehn. Gerade so rechtzeitig, um den um 10.30 Uhr beginnenden Bauernbrunch mit Hofführung in Dunsum zu erreichen. Wir sind um 09.50 Uhr da, können den Kurs "Smart fahren" durch Vorlage eines Hochzeitsfotos verhindern und dann geht es direkt los.

Nach nur 300 Metern habe ich dann auch den Knopf gefunden, der dem komischen Getriebe die Benutzung von Gängen ungleich des ersten erlaubt. Danach kann man sich im Auto tatsächlich unterhalten ("komisch, der Hochzeits-Smart war doch nicht so laut, oder"). Waze führt uns über Nieblum, Borgsum und Utersum nach Dunsum. Der Hofladen zwischen Groß- und Kleindunsum ist trotz der Erschwernis, dass Großdunsum auf den Schildern als Dunsum und Kleindunsum gar nicht beschildert ist und dass Waze der Meinung ist, der von uns gesuchte Aussiedlungshof wäre zehn Kilometer weiter nordöstlich irgendwo im Marschgebiet, leicht gefunden. Einer der Wege, den Waze uns schickt, verläuft über einen Kilometer direkt neben der Landstraße, und ich bin mir ganz sicher, dass man da mit dem Auto nicht lang fahren sollte. Aber es stand nirgendwo ein Schild, und wir haben auch brav die erste Möglichkeit zum Wechsel auf die "richtige" Straße gewählt. Waze wird in den nächsten 20 Stunden noch ein paarmal versuchen, uns hier lang zu schicken.

Wir bekommen vom Chef himself die Rinderaufzucht, den Kuhstall, die Melkanlagen und die Käserei gezeigt und frühstücken danach eigentlich ganz lecker, aber für fünfzehn Euro auch nicht eben billig. Ob wir zu früh wieder gegangen sind oder ob "Brunch" als "wir stellen zur Mittagessenzeit ein Frühstück hin" missverstanden wurde, ist nicht überliefert.

Nächster Stop ist der Wattparkplatz achtern Dunsumer Deich, wo wir planen, am Abend den Sonnenuntergang zu beobachten - das war der eigentliche Grund für die Anmietung des Autos, da man eine Woche vor der Sommersonnenwende keine Chance hat, nach Sonnenuntergang von Dunsum mit öffentlichen Verkehrsmitteln ungleich Taxi wieder nach Wyk zurückzukommen. Nachdem wir die Lage inspiziert und die Örtlichkeit besichtigt haben, geht es unter Aktivierung des "Prefer Cookie Crunching" Modus in Waze wieder zurück nach Wyk.

Föhr ist für den cookiesammelnden Wazer ein Paradies: Man ist fast vollständig alleine auf der Insel, bis auf die Hauptstraßen liegen überall Cookies, und die kreative Streckenwahl von Waze führt einen an Ecken, die man sonst nie gesehen hätte. Der Rückweg nach Wyk führt uns eine Stunde lang durchs Marschland, teilweise auf Kieswegen. A propos Kies/Wirtschaftswege: Die sind auf Föhr fast überall frei befahrbar, wo in Rhein-Neckar fast unweigerlich ein "Verbot für Kraftfahrzeuge, Anlieger und landwirtschaftlicher Verkehr frei" steht. Von Norden kommen wir zurück nach Wyk.

Nachmittags fahren wir nach Nieblum und schauen uns das alte Dorf an. Ganz anderer Character als Wyk, aber viel Autoverkehr, viele Leute, und kein Meer. Wir können uns nicht einigen, in Nieblum zu Abend zu essen und landen beim Glücklichen Matthias in Wyk.

Sonnenuntergang ist für 22:00 Uhr angesagt. Wir planen, diesmal die Nordroute über Wrixum, Oevenum, Midlum, Alkersum, Toftum und Oldsum zu nehmen, werden aber von Waze sofort wieder in die Marsch geschickt und landen seltsamerweise nahezu auf demselben Weg wie am Mittag, nur andersrum, wieder auf dem Wattparkplatz. Wir fahren noch ein wenig weiter in Richtung Utersum und stellen das Auto am Schöpfwerk ab.

Auf dem Deich ist derweil die Völkerwanderung ausgebrochen und wir befürchten, der Sonnenuntergang würde zum Massentourismus mutieren. Aber es ist nur die Abendwattwanderung, die zurückkehrt und die baldige Einkehrgelegenheit sucht, so dass wir schnell wieder am Deich alleine mit den Schafen sind.

Wenn wir die Sonne wirklich im Meer hätten versinken sehen wollen, hätten wir das entweder mit Übernachtung auf Amrum tun müssen oder wir hätten uns einen Standort in oder südlich von Utersum suchen müssen: Von Dunsum aus geht die Sonne hinter Sylt unter, und sie tut das - wir haben Juni - in einem beeindruckend flachen Winkel. Um 22:15 ist die Sonne (endlich!) weg und wir fahren, diesmal wirklich durch die Dörfer, zurück in die Ferienwohnung.

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