O2s neue Billigmarke Fonic und Tchibos Prepaid-Flatrate haben den Lowcost-Mobilfunkmarkt in Deutschland
wieder mal in Bewegung gebracht.
Während die Discounter in den “großen” Netzen T-Mobile und Vodafone noch weitgehend versuchen, die
Preisbewegung durch Aussitzen zu lösen, gerieten die E-Plus-Discounter, allen voran Simyo (“wo einfach einfach einfach ist”) und Blau unter Druck.
Leider geriet bei diesen beiden Anbietern bei der Einführung der neuen Tarife der Einfachheitsgrundsatz unter die
Räder der Marketingmaschine. Beide Anbieter haben inzwischen einen “alten” (15 Cent/Minute) und einen
“neuen” (9.9 Cent/Minute) Minutentarif, die sich subtil in der Ausstattung (Minutenpreis, Community-Option
etc) unterscheiden, und einen Festnetz-Flattarif (15 Euro/Monat), in dem man bei Blau (wohl aber bei Simyo) nicht einmal
kostenlos zu anderen Blau-Kunden telefonieren darf. Neukunden bekommen die neue SIM “geschenkt” (gegen
Startguthaben in Höhe des Einstandspreises, 10 Euro bei Simyo, 20 Euro bei Blau), während Altkunden gemolken werden:
Der Wechsel in den “neuen” Minutentarif trägt bei beiden Anbietern ein Preisschild von 5 Euro.
Völlig unklar bleibt bei Simyo die Möglichkeit des Wechsels zwischen den Tarifen: Ich hoffe, dass es dort die
Möglichkeit gibt, zwischen einem Minutentarif (gehen wir mal vom “neuen” aus) und dem Flattarif zu
wechseln, ohne durch brennende Reifen springen oder gar Guthaben dafür investieren zu müssen. Klar, dass Gespräche in
andere Mobilfunknetze für Flatratenutzer teurer sind als für die Nutzer des neuen Minutentarifs.
Blau hat sich eine zusätzliche Schikane ausgedacht: Die Flatrate lässt sich nur zum “alten” Minutentarif
hinzubuchen; Nutzer des “neuen” Minutentarifs gucken in die Röhre. Wie das auf die Dauer haltbar sein wird,
weiß ich nicht. Anfrage beim Blau-Serviceteam läuft.
Zusammengefasst: Tchibo und Fonic haben den bisherigen Preistreiber E-Plus von seiner klassischen Rolle des Aktiven in
die Rolle des Reaktiven gedrückt; mit den neuen Tarifen haben Simyo und Blau den beiden Konkurrenten gleichgezogen.
Allerdings: Einfacher ist die Geschichte damit nicht geworden, und den Rundum-Glücklich-Tarif mit maximaler
Flexibilität gibt es damit immer noch nicht. Wenn das so weiter geht, werde ich sicher nicht der einzige Nutzer
bleiben, der mit zwei Telefonen herumläuft. Und wie ich Sandras auslaufenden Uralt-Base ersetze, weiß ich immer noch
nicht.
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